SPD sagt NEIN zur Mühlstraßensperrung

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Sperrung der Mühlstraße auf Kosten der Weststadt und von Lustnau - SPD sagt nein!

Die Tübinger SPD spricht sich in ihrem Wahlprogramm gegen eine Sperrung der Mühlstraße auf Kosten der Weststadt und von Lustnau aus.

Im Programm zur Gemeinderatswahl am 7. Juni heißt es hierzu wörtlich: "Bei der Umlenkung von Ver­kehrs­strömen sind die Folgen zu be­denken. Gewonnene Vorteile in entlasteten Bezirken dür­fen nicht zu einseiti­gen und unbilli­gen Be­nachteili­gungen der Bürgerinnen und Bür­ger in anderen Quartieren füh­ren. Deshalb spricht für uns derzeit alles gegen Überlegungen, die auf eine Sperrung der Mühl­straße auch in Süd-Nord-Rich­tung zielen.

Das zu solchen Überlegungen gefertigte Verkehrsgutachten zeigt, was wir befürchtet ha­ben: Die Belas­tung der Weststadt würde jedenfalls ohne zusätzliche, die Weststadt entlastende Maßnahmen empfind­lich zu­nehmen. Dies ist den dortigen Bewohnern nicht zuzu­muten. Sie brau­chen Entlastung und keinen zusätzlichen Verkehr. Ähnliches gilt für Lustnau."

Zwar sieht die SPD auch Vorteile, die mit einer Sperrung der Mühlstraße verbunden wären. Insbesondere würde eine Beruhigung des Bereichs zwischen dem Zinserdreieck und der Wilhelmstraße eine Aufwertung des östlichen und südlichen Altstadtrands, des Platzes am Lustnauer Tor und der Wilhelmstraße ermöglichen. Die Nachteile für die Weststadt und für Lustnau würden nach Einschätzung des neuen SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Thomas Volkmann aber die Vorteile überwiegen. "Wir haben das gründlich abgewogen", so Volkmann. Der SPD-Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidat Martin Rosemann betonte, die zukünftige SPD-Fraktion könne unter den geltenden Rahmenbedingungen dem Oberbürgermeister bei der Mühlstraßensperrung nicht folgen. "Diesen Wunsch können und werden wir Herrn Palmer nicht erfüllen", so Rosemann.

Anders verhält es sich bei der Aufhebung des Einbahnstraßenrings um den Alten Botanischen Garten. Nach langer Diskussion und einer intensiven Auseinandersetzung sowohl mit dem Verkehrsgutachten als auch mit den stadtplanerischen Folgen der Entscheidung steht die Partei einer Aufhebung des Einbahnstraßenrings positiv gegenüber. Thomas Volkmann zitiert aus dem Programm: "Wir wissen inzwischen, dass ge­genläufiger Zweibahnverkehr zu Verlangsamungen und Streckenverkürzungen führt und dass er eher geeignet ist die verschiedenen Verkehrsteilnehmer zu integrieren. Aber auch hier gilt für uns, dass den betroffenen Anwohnern keine neuen Lasten auferlegt werden dürfen."

Die Tübinger SPD will, dass das Problem der Verkehrsführung und der Verkehrsberuhi­gung auch mit Blick auf die Gestaltung des öffentlichen Raums in einem breiten Beteiligungsprozess diskutiert wird. "Wir können uns auch vorstel­len, dass am Ende ein Bürgerentscheid steht", so Martin Rosemann abschließend.

 
 

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